Tagsüber Bollywood, abends zurück im Slum – Der Personal Assistant der Bollywood-Stars | Y-Kollektiv



Tagsüber Bollywood, abends zurück im Slum. So sieht der Alltag von Uday aus, dem Assistenten des Bollywood-Schauspielers Anant Joshi. Während er in der pompösen Filmbranche arbeitet, lebt er mit seiner Frau und seinen zwei Kindern in Dharavi, einem der größten Slums der Welt.

Uday erzählt von toxischen Arbeitsbeziehungen in der Filmbranche und dem Leben in Dharavi. Reporter Samuel Häde begleitet Uday durch seinen Alltag und zeigt eine persönliche Seite der indischen Filmindustrie, die sonst meist verborgen bleibt.

🎥 Jetzt in der ARD-Mediathek: Mehr über das Leben von Schauspieler Anant Joshi:
———–
Autor:in: Samuel Häde
Schnitt: Samuel Häde
Kamera: Salim Sadat, Samuel Häde
Ton: Salim Sadat, Samuel Häde
Farbkorrektur: Manuel Weingärtner
Mischung: Janis Grossmann-Alhambra, Isa Köroglu
Redakteur:in und Sender/LRA: Diana Kühner-Mert (SR), Nino Seidel (Radio Bremen)
Producer:in: Salim Sadat
———–
00:00 Intro
01:19 Arbeiten in Bollywood
03:15 Zwischen Slums und Celebrities
06:55 Leben und Arbeiten im Slum
09:02 Die Arbeit bei den Stars
11:00 Kasten bei der Arbeit
15:17 Outro
———–
Kala Chashma – Amar Arshi, Badshah & Neha Kakkar // Paper Planes – M.I.A. // O… Saya – A. R. Rahman & M.I.A. // Mere Khwabon Mein – Lata Mangeshkar // Glamorous – Fergie feat. Ludacris // LA MuDANZA – Bad Bunny // Sharara – Asha Bhosle // Safarnama – Lucky Ali
———–
Weiterführende Infos und Quellen:

Laut der Times of India kommen täglich rund 2.000 Menschen nach Mumbai, um als Schauspieler durchzustarten. Auch Casting Director Mukesh Chhabra sieht täglich 2.000 bis 2.500 Bewerber in seinem Büro.

Auf Casting-Plattformen registrieren sich monatlich über 50.000 Hoffnungsvolle.

Auf zehntausende Versuche kommen jährlich nur wenige Hundert sichtbare Durchbrüche. Eine große IMDb-Studie zeigt: Nur etwa 2 % aller Schauspieler können langfristig von ihrem Beruf leben.

———–
Wir sind das Y-Kollektiv – ein Netzwerk von jungen JournalistInnen. In unseren Web-Reportagen zeigen wir die Welt, wie wir sie erleben. Recherche machen wir transparent.

► Alle Filme in der ARD Mediathek:

► Hier kannst Du uns ABONNIEREN:

► INSTAGRAM:

► Y-KOLLEKTIV PODCAST:

Kennt ihr schon unseren Podcast?
Wir zeigen die Welt, wie wir sie erleben. Echt und nah. In der neuen Staffel “Y-Kollektiv – Der Podcast” spricht Host Annika Prigge mit den Y-Reporterinnen und Reporter über ihre Recherchen. In jeder Folge eine neue, spannende Geschichte. Tiefe, journalistische Recherchen, ganz persönlich erzählt. Zwischen Clubkultur und Politik, sozialem Engagement und Drogen, mentaler Gesundheit und Sex.

Y-Kollektiv – Der junge Reportage-Podcast der ARD.
Mehr Folgen könnt ihr in ARD Sounds hören!
———–
Eine Produktion der mon film GmbH

source

20 Comments

  1. Ich verstehe hier einige Kommentare absolut nicht. Ich lebe seit 8 Jahren in Indien. Fakt ist, dass es hier unendlich Arbeitskraft gibt. Mehr als 98% der Leute zahlen keine Einkommensteuer, weil sie zu wenig verdienen. Der Spitzensteuersatz ist ähnlich wie in Deutschland, man bekommt aber absolut keine Gegenleistung dafür (kein Arbeitslosengeld etc.), außer (oft sehr schlechte) Infrastruktur. Ich zahle meiner Putzfrau und meinem Fahrer überdurchschnittlich viel. Sie sind trotzdem arm. Noch mehr könnte ich mir allerdings nicht leisten und das wäre auch nicht richtig, wie gesagt zahle ich ohnehin schon das x-fache von dem was gerechtfertigt wäre. Indien ist eine komplett andere Welt als Deutschland und man sollte nicht mit der deutschen Moral auf Indien blicken. Die Gesellschaft funktioniert komplett anders.

  2. Dein Freund ist höchstwahrscheinlich ziemlich scheiße zu seinem „Assistenten“. Das ist normal in Indien. Man glaubt ja, jeder hat es so verdient. Indien ist eh ein Land wovor wir alle Angst haben müssen. Kulturell rückständig, schmutzig und hasserfüllt. Modi behandelt Minderheiten wie Dreck. Gewässer verpestet mit Antibiotika-Resten. Die Leute baden darin und schmeißen ab und an Leichen ins Wasser. Fragt in Nepal nach. Fragt in Sri Lanka nach. Und fragt ganz besonders in Pakistan nach. Keiner hat eine gute Meinung zu Indien. Und nein, das ist kein Neid. Inder benehmen sich auch in Thailand unglaublich schlecht. Die paar CEOs bei den KI-Unternehmen sagt gar nichts aus. Seid generell vorsichtig mit Inder. Geschäftlich kann ich sagen, denen kann man nicht trauen. Versuchen einen immer abzuzocken.

  3. Das ist wirklich eine Perversion der Gesellschaft die wir hier zu sehen bekommen. Danke Y Kollektiv für diesen „interessanten“ Beitrag.

  4. Schön, dass dein Freund sein Traum lebt. Hat er denn keine Gewissensbisse, dass sein Angestellter im Slum lebt? Ich könnte das nicht mit mir ausmachen. Traurige Geschichte

  5. Wer die Trilogie "Die Tribute von Panem" angeschaut hat weiß das diese Trilogie eine indirekte Kritik an unserem Wertesystem ist. Dieser Beitrag zeigt wie Nahe Dekadenz und Armut beieinander liegt. In Deutschland würden es die Eliten auch gerne so halten. Wir sind so eine armselige Spezies die diesen Planeten besiedelt hat. Wir vernichten uns selbst. Langsam aber sicher. Dieser Planet wird aufatmen wenn der Mensch ausgestorben ist.

  6. Das System krankt, aber eine einzelne Person wie Anant wird dafür verantwortlich gemacht, dass es Menschen wie Uday besser geht. Das ist ein Problem des Systems, von Indien und von der Welt und liegt nicht allein in der Verantwortung von Anant, der sicherlich keine Rente kriegen wird. Bis Menschen ca 60 sind müssen sie sparen… vielleicht für die letzten 10 Jahre ihres Lebens. Wenn sie nicht im Slum Leben möchten, sondern ein einigermaßen gutes Leben haben wollen, benötigen sie in Städten wie delhi, mumbai, Bangalore und vielen anderen Städten mindestens 1000 Euro monatlich. Das sind 120.000 euro die sie bis zur rente ansparen müssten, Gesetz den Fall, dass Sie mit 70 sterben. Ist euch sowas eigentlich irgendwie bewusst? (Und nein, mit 1000 Euro haben sie kein Luxusleben in Indien). Da das alles nicht funktioniert, werden sie von Ihren Kindern abhängig sein.

  7. Dieses selbstgerechte *„weißer Mann“-Gehabe* finde ich einfach nur ekelhaft. Da sitzt ihr mit eurer noch sicheren Rente und einem noch funktionierenden Sozialsystem bequem in Deutschland, urteilt über Indien und fragt empört, warum ein indischer Schauspieler seinen Arbeiter nicht besser bezahlt. …………*Wenn euch das Leben dieser armen Menschen wirklich so wichtig ist, kann ich euch sofort Privatpersonen hier nennen, die euer Geld, eure Zeit oder eure Hilfe brauchen.* Wie wär’s? Der nächste Urlaub fällt aus, Sparen is nicht mehr und ihr schickt mir das Geld – ich verteile es hier. Die Leute können es gut brauchen!

    Aber nein: Lieber aus Tausenden Kilometern Entfernung urteilen und sich moralisch überlegen fühlen. Was macht euch denn besser als den Schauspieler?

    Hat Anant eine größere Verantwortung, bloß weil er täglich die Sch…. persönlich sieht? Gebt ihr eure Verantwortung an den Grenzen zum Westen ab, weil ihr da schön die Augen verschließen könnt und euch nicht verantwortlich fühlt? Klar. Ihr müsst einen Uday ja nicht jeden Tag sehen. Das macht euch weniger verantwortlich ihm gegenüber?

    Ihr lebt im Luxus – ja, im Luxus. Aber der indische Schauspieler darf das offenbar nicht? Er hat weniger Rechte als ihr im Luxus zu leben? …. Und ihr wisst schon, dass unser Lebensstandard zu einem großen Teil darauf beruht, dass Menschen in anderen Ländern für uns arbeiten und ausgebeutet werden?

    Diese westliche Selbstgerechtigkeit ist wirklich nur noch ekelhaft.

    Wer in Indien nicht spart oder einen guten Teil seines EInkommens in die Ausbildung der eigenen Kinder steckt, hat verloren. Aber vom hohen Ross mit kostenloser Bildung in Deutschland und Rente und Bürgergeld und so weiter schön urteilen… Bäh!

    Also: Bitte ab sofort 1/3 eures Einkommens abgeben und wissen, dass ihr keine Rente haben werdet und die gute Ausbildung eurer Kinder noch mal 1/3 eures Einkommens verschlingt. Ich gebe euch gerne Adressen von Menschen, die dringend Geld brauchen! Da ist Sharmila, da ist Lakshmi, da ist der Ragpicker, da ist der Security-Mann, der irgendwie mit 180 Euro pro Monat auskommen muss, da ist der Bettler, der täglich vor der Kirche sitzt… und ihr fühlt euch nicht verantwortlich? Bloß weil zwischen euch und Indien eine Grenze ist?

  8. Ich empfehle dringend den Film „The white Tiger“, der genau diese teilweise groteske und illusorische Beziehung zwischen armen Bediensteten und reichen Arbeitgebern in Indien thematisiert. Dass der Typ mit voller Überzeugung meinte, der Schauspieler sei für ihn wie ein echter Bruder/Familienmitglied, zeigt für mich das Ausmass an Indoktrination, die in diesen unteren Gesellschaftsschichten stattfinden muss.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

You might like

© 2026 Cantinho do Vídeo - WordPress Video Theme by WPEnjoy