Zum ersten Mal Leica M – Wird die Legende auch meine Traumkamera?



Was passiert, wenn man einem Zf-Liebhaber mit Hang zu 15-Euro-Flohmarktlinsen eine 15.000-Euro-Leica (inkl. Objektiv) in die Hand drückt? Spoiler: Es gab Rinderfilet, Rostbratwurst, Fokussierfrust und die ständige Sorge um einen roten Punkt.

00:00 – Intro & Ein Renault Twingo in Kameraform
02:59 – Oper Bonn: Leica M11-P vs. Nikon Zf
04:52 – Erstes Zwischenfazit: Der Kampf mit den Sucherlinien
08:52 – Eifeler Landstraße und Bonner Regierungsviertel im Morgenlicht
14:43 – Bildqualität & Haptik: Filet vs. Rostbratwurst
18:04 – Verlustängste & der verdeckte rote Punkt
20:13 – Meine Traumkamera? Es scheitert für mich am Messsucher
24:00 – Ausblick: M EV1 & Vintage-Linsen am M-Mount

📌 DARUM GEHT ES IN DIESEM VIDEO
Fünf Tage durfte ich die Leica M11-P samt Summilux 35mm f/1.4 im Alltag testen und direkt mit meinem gewohnten Setup – der Nikon Zf und einem Zeiss 35mm – vergleichen. Ein ehrlicher Erfahrungsbericht über haptische Hochgenüsse, verlorene Schärfeebenen und die Frage, ob mehr Geld automatisch mehr Freude am eigentlichen Prozess bringt.

📷 AUSRÜSTUNG IN DIESEM VIDEO

* Leica M11-P (freundliche Leihgabe von @red.dot.foto – – Ein mechanisches Meisterwerk für die Hand, das mich am Auge als Brillenträger schlicht an meine Grenzen bringt.
* Leica Summilux 35mm f/1.4 – Zeichnet wunderschön, verzeiht bei Offenblende aber keinen Millimeter Abweichung.
* Nikon Zf – Die verlässliche Rostbratwurst für meinen fotografischen Alltag.
* Sirui 35mm f/1.4 Aurora – Schwer, ehrlich und mein gewohnter Maßstab für diesen Vergleich.

DENKIMPULS / DEEP DIVE
**Vom Messsucher-Traum und Brillen-Realismus**

Ich wollte dieses Messsucher-Erlebnis unbedingt lieben. Die Haptik ist fantastisch, das Auslösegeräusch grenzt an Kunst und der minimalistische Ansatz trifft genau meinen Nerv. Doch die Realität als Brillenträger sieht nüchtern aus: Wenn man den Begrenzungsrahmen im Sucher schlicht nicht sieht, wird die viel gepriesene Entschleunigung schnell zur unnötigen Bremse.

Am Ende geht es in der Fotografie nicht um den Status eines roten Punkts auf dem Gehäuse oder den Preis auf der Rechnung, sondern darum, ob das Werkzeug die eigenen Sehgewohnheiten unterstützt oder behindert. Wenn die Sorge um den Wert der Kamera die Leichtigkeit beim Ausprobieren überlagert, geht der eigentliche Zauber verloren.

💬 JETZT BIST DU DRAN
Hast du schon mal eine absolute Traumkamera in den Händen gehalten und gemerkt, dass sie in der Praxis gar nicht zu deiner Art zu fotografieren passt? Oder bist du leidenschaftlicher Messsucher-Nutzer – vielleicht sogar mit Brille? Lass uns in den Kommentaren austauschen!

🌐 ÜBER MICH & WEITERE LINKS
Ich bin Christian – Amateurfotograf aus Bonn. Auf diesem Kanal zeige ich, wie ich fotografiere: mit viel Prozess, wenig Gear-Fetisch und dem Blick für das Schöne im Banalen. Vintage-Objektive, Photowalks, Fotoprojekte – immer mit dem Ziel, Lust aufs Fotografieren zu machen. Nicht auf den nächsten Kauf.

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#Fotografie #LeicaM11P #NikonZf #Photowalk

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25 Comments

  1. 🤦 deswegen kleben manche Mercedes-Fahrer ihren Stern ab! Damit das Auto nicht gestohlen wird….😅 Ich habe bei den Bildern keine Unterschiede gesehen und von daher gäbe es echt keinen Grund deshalb die Kamera zu kaufen. Händling, Investment und Prestige, wenn man das braucht, stehen auf einem anderen Blatt.

  2. Der Preis sieht tatsächlich abscreckend aus, wenn du es so darstellt. Ich habe meine M10 mit tollen Leica und Voigtländer Objektive voll aufgebaut für deutend weniger Geld als die 9+5 tausend Euro in deinem Beispiel. Da befindet sich natürlich auch kein Summilux unter dessen 😉 Aber Ich bin voll zufrieden damit, und I ch kann jeder Zeit die 21+28+50+50+50+75+90 Reihe schlanken und das Geld zurückbekommen. Mein Fazit = M10 oder andere M's reichen absolut mit 24 oder 18 MP, und auch die mehr "bescheidene" Objektivwahlen wie meine Vintage Minoltas oder Konicas mit Adaptern können hochwertige Fotos machen und kosten fast nix. Das M-System dauert seine Zeit sich daran zu gewöhnen. Aber danach gibt es keinen Zurück 😉 Und du hast recht: Du brauchst sie nicht, weil du ja eine tolle Kamera schon hast, das den Job sehr gut macht. Von meiner Sicht war meine Wahl eine Wahl der einfachkeit, Langsamkeit und das Gefühl und Erlebnis damit zu fotografieren. Das heisst aber nicht, das andere Kameras nicht taugen – im Gegenteil. Sie macht mir einfach viel Spaß 😉 Danke für den tollen Feature. Habe es sehr genossen.

  3. Das ist ja mal ein unvorhergesehener move: Eine Leica M auf einmal! – Ich liebe ja auch die Zf und habe mir wunderbar kleine Voigtländer M Objektive dazu gekauft, um sie (sogar mit Autofokus) zu adaptieren, was auch wirklich schön, aber nicht mehr wirklich kompakt ist. Bis mich eines Tages der Gedanke beschlich, wie es wohl wäre, wenn man diese M-Objektive unadaptiert an einer M-Kamera betreiben würde, wofür sie gedacht sind. – Fataler Gedanke, unterstützt von der Tatsache, dass meine erste eigene Kamera 1980 eine Minolta Hi-Matic Messucherkamera war, mit der ich damals gut zurechtgekommen bin. – 3.700€ später und eine leicht verletzte, aber frisch reparierte und werksjustierte M10, die sonst keiner haben wollte, wurde mein Eigen. Ein echtes Schnäppchen also und auch mit 24 MP wie die Zf – quasi zweieiige Zwillinge! 😅
    Eine Leica M fühlt sich einfach toll an beim Fotografieren und speziell die M10 ist so wunderbar simpel, dass man nie wieder ins Menü muss, wenn man das einmal auf sich eingestellt hat. Ein Segen! Sie passt mit vier Objektiven in eine 3Liter-Fototasche – grandios! Äh nein, eher minimos, wenn es das Wort gäbe.
    Tja, als Brillenträger (-5,5 Dioptrien am "Sucherauge") kann ich deine negativen Erfahrung zu 99% nachvollziehen. Aber man gewöhnt sich daran, dass man erst in der Mitte scharf stellt und dann das Auge hinter dem Sucher kreisen lässt, um bei der Bildkomposition die Bildränder abzuchecken. Das ist wirklich Übungssache, das geht sogar mit dem 28mm ohne den rückseitigen Bildschirm oder den Aufstecksucher zu bemühen. Dass das nur bei statischen Motiven brauchbar funktioniert, versteht sich von selbst.
    Zone-focussing finde ich persönlich sehr angenehm. Es zeigt einem, wie sehr man sich vom Autofokus abhängig macht, obwohl der aus meiner Sicht nur bei der Personen- oder Tierfotografie wirklich unablässig ist. Dafür käme ich nicht mal im Traum darauf, die Leica zu verwenden.
    Wenn ich mir zuhause die Bilder ansehe, die ich mit der Leica beim klassischen Photowalk so gemacht habe, bin ich immer wieder überrascht, wie gut sie geworden sind. Die umständliche Art, wie sie entstanden sind, blendet mein Gehirn irgendwie vollständig aus. Vielleicht, weil man stolz ist, dass man diese anachronistische Kamera "beherrscht" hat? Keine Ahnung – Tiefenpsychologie wahrscheinlich …
    Würde ich mir wieder die M10 oder eine andere Leica M (EV-1) kaufen? – Höchstwahrscheinlich nicht, weil ich inzwischen die Voigtländer Z-Objektive an der Zf ausprobiert habe. Die verbinden aus meiner Sicht perfekt das wunderbar analoge feeling mit der digitalen Assistenzfunktion (günes Kästchen), um manuell den Fokus 100% sicher zu treffen, ohne sich die kurzsichtigen Augen zu verrenken. 😵‍💫 Die Zf wird dadurch natürlich keinen Millimeter kleiner und kein Gramm leichter, aber das pseudoanaloge MF-Gesamtpaket ist, auch finanziell, für mich einfach viel stimmiger, als bei der Leica. Und gerade die Voigtländer APO-Z-Objektive sind einfach eine Wucht für den Preis. (Ich habe z. Zt. das 28mm APO f2.0 und das "anti-APO" 40mm f1.2., liebe sie beide auf ihre Art. Wenn, werde ich in der Richtung meine Zf-MF-Ausrüstung ausbauen.)
    Würde ich (dafür) die M10 verkaufen? Nee, ich glaub' nicht, ich mag sie auf wundersame Weise einfach zu sehr. Ich zwinge mich gerne dazu, sie zu verwenden. Das trifft es wohl am ehesten. Logisch ist das alles nicht … aber ein Traum ist ja auch alles Andere als logisch, mit Traumkameras ist es wohl das Gleiche.

  4. Ein wirklich tolles, unaufgeregtes und ehrliches Video.

    Ich habe auch das Glück eine M11 zu besitzen. Ich liebe dieses Gefühl und mit dem Messsucher zu fotografieren.
    Irgendwie geht einem die M mit der Zeit in Fleisch und Blut über.

  5. Sehr gelungenes Video – zwar nutze ich Leica M seit nunmehr 10 Jahren aber bin kein Fanboy und begreife das System schlicht als Werkzeug für mich. Als Brillenträger musst Du beim Messsucher unbedingt eine dünne Aufstecklinse nutzen, die entsprechend Deiner Dioptrien der Brille korrigiert ist (-0.5 Dioptrien sind automatisch im Messsucher voreingestellt als Korrektur, hast Du z. B. eine -3.0 Dioptrie, brauchst Du eine -2.5 Korrekturlinse). Beim Fotografieren musst Du dann allerdings immer Deine Brille hochklappen an die Stirn, um durch den Sucher sehen zu können. Ich kenne das alles – habe Glück, dass meine Augenstärke nur -0.75 ist und ich nicht unbedingt immer eine Brille brauche. Die von Dir erwähnte Messucher-Vergrösserung von 0.58x ist zum Ansatz von Weitwinkelobjektiven besser geeignet an die Kamera. Längere Brennweiten sind dann besser geeignet mit höheren Vergrösserungsfaktoren des Suchers wie 0.85x oder wie bei der M3 mit 0.91x. Diese Faktoren sind nicht dazu gedacht, das Sehen durch den Sucher zu verbessern z. B. mit Brille. Hat allein mit der bevorzugten Brennweite des Objektivs zu tun.

  6. Wenn es um Photographie geht kann ich gut im Kreis nerden. Ich hab mir im Laufe der Jahre schon alles mögliche jedweder Preis-, Film- und Sensorgrößen eingebildet haben zu müssen, kann also ruhigen Gewissens so gut wie nix verurteilen 🙃

    Wenn jemand aus schierer Gewohnheit auch im digitalen Zeitalter weiter mit einer Rangefinder lichtbildnern will verstehe ich das auch, aber von einem brillianten, großen und hochauflösenden EVF auf einen solchen zu wechseln .. macht doch einfach keinen Sinn? Die Objektive machen die Bilder, und sollte das eigene Herzensglas aus Versehen einen roten Punkt tragen läßt sich das ja problemlos an fast alles aktuelle adaptieren. Nüchtern betrachtet hat Leica ja über Jahrzehnte für’s Geld einen gewissen technisch-mechanischen Mehrwert geliefert, zusammen mit dem Renommee. Gehäuseseitig stöpseln sie heute dieselben asiatischen Komponenten zusammen wie andere auch, eine EV1 muss man entsprechend aus meiner Sicht einfach todschick finden um die vielen Scheine dafür hinzublättern.

    Deine Zf hab ich allerdings auch nie so wirklich verstanden. Als die rauskam war ich schockverliebt, als ich das erste mal damit unterwegs war hatte sich das ähnlich schnell wieder erledigt. Das Dingens trägt sich wie ein Backstein, ist damit einfach zu retro. Keine Ahnung warum man sowas schnappt, anstatt für’s gleiche Geld die Z6 III mit sogar nochmal besserem Sucher. Das ein Auslösegeräusch, ein Sucherbild o.Ä. das „Erlebnis“ in erstaunlichem Maße beeinflußt hab ich auch schon mehrfach empfunden, so wirklich nachhaltig war das eher selten. An die Z6 III dann je nach Stimmung und Sujet ein Voigtländer 35, Zuiko 35 2.0 oder ein AI-S 35mm f/1.4 .. und vielleicht findet sich ja leidlich sinnige Verwendung für die eingesparten Scheine zur EV1 mit Summilux?

  7. Das Video ist super in der Abwägung pro/contra. Bei 18:00: ich kenne nur 'richtige' Leica Fotografen, die diesen roten Edel-Proll-Punkt gegen ein mattschwarzes Leica-Ersatzteil ausgetauscht haben. Ich fotografiere schon sieben Jahrzehnte und erlag noch nie dem Leica-Nimbus. Wenn schon 15K EUR, dann lieber noch ein paar mehr und die Hassy 907, weil die kann erstens auch Quadrat und zweitens deren Hauptkomponente mit jeder 500 C/M verbunden werden – das ist genial und sogar nachhaltig, wenn man schon eine analoge Hasselblad hat;-))

  8. M Objektive an einer SL 2 od. Sl 3 und deine Sorgen sind weg. Diese Kombi ( SL 3 + M Objektive ) macht mir viel mehr Spaß als die AF Objektive. Probier das nochmal.

  9. Hallo Rüdiger, vielen Dank für Dein Feedback! Das mit Leica-Store-Angebot ist spannend. Das werde ich tatsächlich dann auch mal in Anspruch nehmen. Bzgl. der Brille: Ich trage sie seit 40 Jahren vom Aufstehen bis zum Einschlafen. Sie für mein liebstes Hobby immer wieder ab- und aufzuziehen, käme mir nicht in den Sinn. Dafür gibt es zu viele Alternativen, die mir ebenfalls viel Spaß machen. Du hast recht: Man sieht die Linien mit Sicherheit, aber ich in meinem Setting leider definitiv nicht – auf einen Blick. Und die Korrekturlinsen würden mir dabei auch nicht helfen. Wenn ich es richtig recherchiert habe, reichen sie bis -3 Dioptrin, ich liege erheblich darüber. Die M11-P ist eine zweifelsohne eine fantastische Kamera und handwerklich ein Meisterwerk. Nur zu mir passt sie leider nicht. Momentan darf ich ja die EV-1 ausprobieren und das ist für mich eine deutlich reibungslosere Erfahrung. Ich kann mir vorstellen, dass es einigen so geht und daher finde ich auch, dass Leica alles richtig gemacht hat, sie (neben der klassischen M-Serie mit Messsucher) auf den Markt zu bringen. Liebe Grüße 🖖🏼

  10. Hallo Christian!
    Deine Probleme mit dem Messucher sind, das muss ich eindeutig sagen, simple Anfängerprobleme 🙂 Natürlich sieht man den 35 mm Rahmen klar und deutlich. Allerdings solltest du unbedingt eine Nutzung ohne Brille anstreben. Es gibt Dioptrienvorsätze die man in den Sucher einschraubt und schlagartig ist das Problem gelöst. Aber wie gesagt, das muss einem Anfänger auch gesagt werden. Wenn man sich dann aber damit eingearbeitet hat, ist man fast genauso schnell wie mit Autofokus. So geht es zumindest mir nach jahrelanger M-Nutzung. Und ja, die Angst vor dem Gestolenwerden vergeht auch nach kurzer Zeit von alleine. Und Diebe im Ausland wissen eh' nichts mit dem roten Punkt anzufangen.
    Auch den Satz "kaum jemand wird die Chance haben jemals damit zu fotografieren" o.ä. muss man unbedingt berichtigen. Im Gegenteil JEDER der einen Leica-Store besucht, kann nach Hinterlegung seines Personalausweises damit vor die Tür gehen und fotografieren. Das ist sehr ein interessantes Angebot, das leider nicht jeder der anderen Fotogeschäfte bietet.

  11. Tolles Video. Genau mit dem Thema beschäftige ich mich auch gerade. Ich würde wetten, dass die M-EV1 bei Dir besser abschneidet. Wenn auch der Name dieser Kamera ziemlich bescheuert ist…. VG aus Düsseldorf

  12. Ich bin auch Brillenträger und verwende an meiner M11 das 28, 35 und 50er ohne jegliche Probleme. Eine Korrekturlinse hatte ich ausprobiert, aber wieder abgemacht.
    Bei normaler Bildschirmdarstellung an 32Zoll Monitor sind sicherlich 98% meiner Fotos scharf. Bei 100 oder 200% definitiv weniger, aber das juckt mich nicht.
    Meine Nikon Z8 verwende ich nur noch für Makros.
    LG aus Wien!

  13. Lieber Christian, ja, die M-Leica macht süchtig. Die Sucht begann bei mir Anfang der 70er Jahre mit einer M3. In den 90er Jahren kam die M6 hinzu. Und dann brach die digitale Revolution herein, die mich voll erfasste und zu Nikon, später zu Olympus schleuderte. Meine M-Leicas waren nicht mehr gefragt, ich verkaufte sie, was ich heute natürlich bereue. Mein neuer Einstieg in die Leica-Welt gelang mir vor vier Jahren mit der Q2, die ich bis heute besitze, mit der ich aber nicht richtig warm werde…also schaute und schaue ich erneut auf die M wie auf einen Schatz aus alten Tagen. Doch die alte Liebe kehrte nicht zurück, denn inzwischen hatte ich die Annehmlichkeiten der modernen Technik kennengelernt: Autofocus, IBIS, digitale Sucher…Meine intensiven Neuversuche mit der M11 und sehr intensiv mit der M10R gingen allesamt in die Binsen. Dem Messsucher war ich entwachsen, die Brille störte, das Handling war zwar vertraut, aber ergonomisch auch nicht das beste. Von den Preisen rede ich nicht, das schickt sich nicht unter Leicafans, zu denen ich mich durchaus zähle. Lange Rede, schmerzlicher Sinn: Die M ist nichts mehr für mich, weil ich sie nicht mehr genießen kann. Die Zahl der wirklich scharfen Fotos war bei meinen Versuchen nicht sehr groß trotz meiner Messsucher-Vergangenheit. Und, ja, die Sucht ist nicht mehr so brennend. Jetzt geht mein Blick eher zur Q3 43.

  14. Eine M11P mit rotem Punkt? Das kann eigentlich nicht sein.
    Ich mag meine M auch sehr, allerdings kann die Kamera nicht alle meine fotografischen Bedürfnisse abdecken, daher musste noch ein langweiliger Alleskönner her. Mit dem Rangefinder habe ich als Brillenträger keine Probleme, auch bei 28mm nicht. Da fehlt dir vermutlich nur die Übung und ggf. ein paar Tricks. Den Aufstecksucher mag ich auch nicht, historisch ist das an den Visoflex angelehnt. Die EV1 hat übrigens völlig gleiche Abmessungen, und ja, das ist keine richtige M. Zumal das Fokusieren deutlich bei offenen blenzschwieriger ist.

    Kleine Ergänzung: für mich ist die Leica M10R die letze echte M. Die M11 ging nach 2 Monaten wieder zurück.

  15. Moin Christian, abgesehen von den absurden und völlig überzogenen Leica Preisen… Du musst eines mit in die Berechnung einbeziehen : M-Kameras und Objektive müssen von Zeit zu Zeit beim L-Service neu justiert und eingestellt werden. Das dauert in der Regel 3 Monate und verursacht erhebliche Folgekosten. In mehr als 40 Jahren Berufs-Fotografie habe ich von der M6 an so ziemlich alles ausprobiert. Es ist eine "On-Off" Geschichte. Ich bin immer wieder an den Punkt gekommen, an dem ein entscheidendes Foto nicht im Fokus lag. Mehr als ärgerlich und für den professionellen Einsatz geht das gar nicht. Meine letzte M war eine M11, die nach 6 Wochen komplett versagt hat. Mit viel Generve wurde die Kamera ausgetauscht. Hat auch alles 3 Monate gedauert. Anschließend bin ich mit der Neuauflage auf eine Fernreise gegangen. Mit dabei das Summilux 50, ein APO 90 Summicron. Letzteres hat "nur" unscharfe Bilder produziert. Nach meiner Rückkehr musste wieder einmal die Reise nach Wetzlar angetreten werden. Erneute Justierung… danach hat es funktioniert. Mein Fazit : auch wenn man keine Profi ist… das Frustpotential mit einer M bleibt immer sehr hoch. Das Risiko reist mit dir. Man muss schon eine gewisse Leidensfähigkeit besitzen um mit einer der schönsten Kameras zu fotografieren. Meine persönliche Schmerzgrenze wurde vor einiger Zeit überschritten. Ich habe mich von meiner M11 und meiner alten SL zugunsten einer neuen SL3-P getrennt. Meine Objektive sind aus der Sigma A Serie und ich bin mit der Kombination absolut glücklich.

  16. Ich habe an meiner M10-P eine Korrekturlinse und kann damit wunderbar ohne Brille fokussieren. Außerdem wird man immer schneller, wenn man sich darauf einlässt. Ich starte immer bei unendlich und drehe davon ausgehend am Fokusring.

  17. Ich habe nur noch analoge Messsucher. Nachdem meine M9 unwirtschaftlich kaputtgestorben war, suchte ich nach einer anderen oder einer M240. Denn M macht süchtig. Man braucht wegen der Bildqualität keine M, denn die machen die Objektive. Trotzdem versucht man sich den gewissen Leica Farbstil einzubilden, als Grund, um an der M festzuhalten.
    Dabei ist es am Ende nur Gefühlssache. Handschmeichler, Geräusch, Gewicht, Form und Fertigungsqualität.. die machen die M. Seit der M2. Keine Kamera nimmt man so gerne einfach so in die Hand, einfach weil sie sich gut anfühlt. Mein Sony A7III oder die Canon 5D MIII sind beide fortschrittlicher, bieten mehr, machen das Fotografieren als technischen Vorgang leichter. Betrachtet man den kreativen Vorgang, bei dem ich ein Bild macht, das mir wichtig ist, da macht es die M leichter, weil sie Gefühle weckt.
    Zurück zur Suche… da kam nämlich etwas Dazwischen, denn Leica kastrierte die neueste M, nahm ihr den Messsucher. Obwohl der das für die Bildgestaltung das schwierigste Teil an der Kamera ist, fand ich das nicht gut. Denn genau dieser Sucher bringt mich seit der Leica IIIF zur Verbindung mit dem Motiv, irgendwie eben durch die Ungenauigkeit.
    Technisch gesehen sind mir die Leica Objektive das wichtigste an den Fotos, besonders die alten Objektive. Sie haben alle Charakter, denn obwohl alle, selbst mein ältestes von 1930, scharf zeichnen, haben sie Fehler und Besonderheiten. Vignette, Randverzeichnungen, zentrale Konzentration des Lichtes, plastische Überbetonung, das sind Eigenschaften die ich liebe. Deshalb verwende die Sony A7III fast nur mit diesen Linsen, sogar mit AF-Adapter. Am Ende, dachte ich, wenn Leica jetzt den Sucher fallen lässt, dann kann ich ja alles mit der Sony machen. Suche eingestellt… Bin gespannt für wie lange 😎
    Falls es interessiert, hier habe ich versucht zu zeigen, was ich meine:
    https://www.unblind.de/Blog/warum-alte-Objektive/

  18. Hi Christian, ich bin wie viele andere auch über die Q3 reingeschlittert und der Wunsch nach einer M wurde immer größer. Ende letzten Jahres habe ich mir dann die MEV1 zugelegt mit ein paar gebrauchten Objektiven auch von anderen Herstellern und ich befinde mich immer noch in den Flitterwochen und bin noch am Lernen. Es ist eine entschleunigte, bewusstere Art der Fotografie.

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