Ordnungspolitik, Demokratie und wirtschaftspolitische Herausforderungen | Für Lars P. Feld zum 60.



0:00:00 Intro
0:01:42 Begrüssung und Einleitung von Prof. Dr. Christoph A. Schaltegger
0:15:00 Keynote von Prof. em. Dr. Dr. h.c. mult. Hans-Werner Sinn – Deutschlands grosse Krise. Analyse und Politikoptionen.

0:58:18 Panel 1 –  Demokratie – Prof. Dr. Ekkehard Köhler (Vorsitz)
1:00:17 Impuls von Prof. Dr. Alois Stutzer
1:15:17 Impuls von Prof. Dr. Nils Goldschmidt
1:29:44 Diskussion mit Prof. Dr. Reiner Eichenberger, Prof. Dr. Karen Horn

1:47:58 Panel 2 – Fiskalpolitik – Prof. Dr. Jan Schnellenbach (Vorsitz)
1:50:00 Impuls von Prof. Dr. Clemens Fuest
2:07:25 Impuls von Prof. Dr. Thiess Büttner
2:29:43 Diskussion mit Dr. Wolf-Heinrich Reuter, Prof. Dr. Mark Schelker, Prof. Dr. Christian Keuschnigg

2:49:37 Panel 3 – Geldpolitik – Prof. Dr. Ekkehard Köhler (Vorsitz)
2:51:10 Impuls von Prof. Dr. Isabel Schnabel
3:03:47 Impuls von Prof. Dr. Volker Wieland
3:25:30 Diskussion mit Prof. Dr. Ernst Baltensperger, Prof. Dr. Otmar Issing

3:51:00 Panel 4 – Wettbewerb und Wirtschaftspolitik – Prof. Dr. Jan Schnellenbach (Vorsitz)
3:52:08 Impuls von Prof. Dr. Christoph M. Schmidt
4:15:28 Impuls von Prof. Dr. Veronika Grimm
4:31:58 Impuls von Prof. Dr. Gabriel Felbermayr
4:54:33 Diskussion mit Prof. Dr. Jan-Egbert Sturm, Prof. Dr. Justus Haucap

Impulse zum Abschluss
5:04:26 Prof. Dr. Bruno S. Frey – Die Politische Ökonomie des Lügens.
5:09:40 Prof. Dr. Jakob de Haan – Credibility of central banks.
5:19:51 Prof. Dr. Friedrich Schneider – Schlussworte.

5:25:59 Schlusswort von Prof. Dr. Dr. h.c. Lars P. Feld

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#LarsFeld #Ordnungspolitik #Wirtschaftspolitik #Demokratie #Schuldenbremse #Geldpolitik #Finanzpolitik #Föderalismus #UniLuzern #iwp

«Ich würde auf Können setzen, nicht auf Glück – auch in der Wirtschaftspolitik», sagte Prof. Dr. Dr. h.c. Lars P. Feld an der Tagung zu seinem 60. Geburtstag am Institut für Schweizer Wirtschaftspolitik (IWP) an der Universität Luzern. Langjährige Weggefährten aus Wissenschaft, Politikberatung und Zentralbanken diskutierten in vier Themenblöcken jene Fragen, die Felds Schaffen prägten. Unter dem Tagungstitel «Ordnungspolitik, Demokratie und wirtschaftspolitische Herausforderungen» wurden Impulse gegeben und angeregte Diskussionen geführt. Zum Auftakt warnte Prof. em. Dr. Dr. h.c. mult. Hans-Werner Sinn, ehemaliger Präsident des ifo Instituts an der LMU München, vor der Deindustrialisierung Deutschlands und vor nationalen Alleingängen in der Klimapolitik. Wenn Europa weniger Öl nachfrage, fliesse es einfach anderswo hin und werde dort verbrannt.

Im ersten Panel ging es um Demokratie, Verfassungsregeln und ihre Legitimation. Prof. Dr. Alois Stutzer, Professor für Politische Ökonomie an der Universität Basel, zeigte, welche Bedeutung dezentrale Strukturen für die Bürgerbeteiligung haben. Prof. Dr. Nils Goldschmidt, Professor für Kontextuale Ökonomik und ökonomische Bildung and der Universität Siegen spürte Hayeks Kritik am Begriff «sozial» in der sozialen Marktwirtschaft nach. Vor diesem Hintergrund richtete sich der Blick auf die Staatsfinanzen. Prof Dr. Dr. h.c. Clemens Fuest, Präsident des ifo Instituts an der LMU München, zog eine Bilanz der Reformpolitik in Argentinien. Sie zeige, wie schwierig und politisch kostspielig der Ausweg aus Jahrzehnten verschleppter Reformen und hoher Verschuldung sei. Prof. Dr. Thiess Büttner, Professor für Finanzwissenschaft an der FAU Erlangen-Nürnberg ordnete ein, wo Deutschland finanzpolitisch steht.

Im Panel zur Geldpolitik gewährte EZB-Direktoriumsmitglied Prof. Dr. Isabel Schnabel Einblick in die Strategie der europäischen Geldpolitik, Prof. Dr. Volker Wieland, Professor für Monetäre Ökonomie an der Goethe-Universität Frankfurt, lieferte den geldtheoretischen Hintergrund. Gemeinsam mit dem ehemaligen Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank, Prof. em. Dr. Dr. h.c. mult. Otmar Issing und dem ehemaligen Professor für Volkswirtschaftslehre an der Universität Bern, Prof. em. Dr. Ernst Baltensperger, diskutierten sie, wie sich eine fiskalische Dominanz in der Währungsunion verhindern lässt. Im Panel zu Wachstum und Wettbewerb betonte Prof. em. Dr. Dr. h.c. Christoph Schmidt, Präsident der Leibniz-Gemeinschaft, die Relevanz innovativer Wissenschaft für das Wachstum. Prof. Dr. Veronika Grimm, Professorin für Energiesysteme und Marktdesign an der TU Nürnberg skizzierte Reformoptionen für einen neuen Wachstumspfad und Prof. Dr. Gabriel Felbermayr, Direktor des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung, warnte vor den Risiken des neuen Protektionismus.

Welche Wege aus der Wachstums- und Schuldenkrise Europas führen und was die Schweiz dabei von ihren Nachbarn lernen kann, erfahren Sie im Video.

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16 Comments

  1. Liebe Zuschauer

    Wir freuen uns über das grosse Interesse an unseren Videos und die stetig wachsenden Zuschauerzahlen. Wir begrüssen eine inhaltliche und auch kritische Diskussion unserer Beiträge in den Kommentaren. Feedback und Anregungen sind ebenfalls jederzeit willkommen und helfen uns, unseren Kanal zu verbessern. Doch bitten wir um Verständnis dafür, dass wir nicht über die Ressourcen verfügen, um die Kommentare zu moderieren. Zugleich wollen wir keine Verhaltensregeln für die Kommentare aufstellen – wir setzen auf die Eigenverantwortung unter Freien und Gleichen. Das Inhaltliche soll im Vordergrund stehen, nicht das Persönliche.

    Vielen Dank für Ihr Verständnis.

    Ihr IWP-Team

  2. Die Flottengrenzwerte haben im übrigen ihre Ziel erreicht, die Trendwende der jahrzehntelang unveränderte CO2-Emissionen des PKW-Verkehrs herbeizuführen: 2024 lagen sie in Deutschland 15% niedriger 2019 bei einer Rekordgröße der deutsche Flotte. Ganz ohne Fahrverbote, technologieoffen, unbürokratisch und ohne Mehraufwand für die Industrie und ohne dass staatliche Einnahmen aus dem Straßenverkehr gesunken wären. Die Preissubventionen für neue E-Autos und Ladesäulen im ländlichen Raum waren relativ gering und laufen 2027 nach und nach aus. Was Prof. Sinn einen "Betrug der undemokratischen EU" nennt, ist eine Erfolgsstory der vom Wähler gewünschten CO2 – Minderung. Die Schweiz ist wieder bei der EU trittbrettgefahren, während man bei IWP über die EU motzt.

  3. Die Nutzungsdauer der deutschen PKW-Flotte hat sich verdoppelt, der Bestand ist weniger stark gestiegen. Die Exporte nach Übersee haben sich in Importe umgekehrt. Beides zusammen führte zum Rückgang der endmontierten PKW in Deutschland um 25% seit Vor-Corona. Ich würde aber nicht sagen, dass die Zuliefer- und Autoindustrie sich selbst deindustrialisiert hat. Der EU die Verantwortung für eine Deindustrialisierung infolge der Flottengrenzwerte zuzuschieben ist lächerlich.

  4. Top Beiträge, herzlichen Dank auch an Ihre Gäste für den enormen Wissensinput !

    Man fragt sich warum diese Diskussionen nicht öffentlich breiter ausgetragen werden ?

  5. 1. Das Monopol als staatlich garantiertes Produkt
    Wenn Milliardäre wie Elon Musk oder große Rüstungs- und Technologiekonzerne das politische System besetzen, sorgen sie dafür, dass der Staat Verträge abschließt, die das Überleben des Unternehmens auf Jahrzehnte sichern – völlig unabhängig vom freien Wettbewerb.
    • Infrastrukturmonopol: Wenn ein Unternehmen die einzige zugelassene Technologie für die militärische Satellitenkommunikation (Starlink) oder die kritische KI-Infrastruktur von Geheimdiensten bereitstellt, hat sich das Unternehmen innerhalb des Staates unersetzlich gemacht. Die unkündbare Gegenleistung: Der Gewinn wird hier nicht mehr „erschlichen“, sondern der Staat wird zum vertraglich verpflichteten Hauptkunden. Korruption liefert das Monopol, und das Monopol liefert den permanenten Cashflow.

    2. „Subventionssozialismus“ für Milliardäre
    Das System ist so programmiert, dass das unternehmerische Risiko komplett verstaatlicht wird, während die Gewinne privatisiert werden.
    • Großkonzerne erhalten staatliche Subventionen in Milliardenhöhe, Steuergutschriften und zinslose Kredite für Forschung und Entwicklung (z. B. in den Bereichen Green Tech, Halbleiter oder Wehrtechnik). Scheitert das Projekt, zahlt der Steuerzahler. Ist es erfolgreich, explodiert der Aktienkurs des Unternehmens und der Wohlstand der Eigentümer steigt. Das Unternehmen zieht seinen Gewinn direkt aus der Staatskasse, ganz ohne „Geldkoffer“.

    3. Gesetzlich erzwungene Nachfrage
    Die eleganteste Form dieser Korruption findet statt, wenn der Staat seine Bürger oder sich selbst gesetzlich dazu verpflichtet, die Produkte des Unternehmens zu kaufen:
    • Im Gesundheits- und Verteidigungssektor: Gesetze werden so geschrieben, dass bestimmte Medikamente, Sicherheitssoftware oder Waffensysteme gekauft werden müssen. „Maganisierung“ als Geschäftsmodell: Wenn politische Entscheidungen (wie Zölle oder Einfuhrverbote) die ausländische Konkurrenz physisch ausschalten, entsteht eine gesetzlich erzwungene Nachfrage für die im Inland verbleibenden Monopole.

    Die Endstufe: Der Staat als Tochtergesellschaft
    Am Ende dieses Prozesses verschwimmt die Grenze zwischen Konzern und Staat. Wenn die wohlhabendsten Akteure des Landes gleichzeitig Ministerien beraten, Regulierungsbehörden leiten und Wahlkämpfe finanzieren, wird das Unternehmen selbst zum Machtinstrument. Profit ist dann kein Nebenprodukt mehr, sondern der eigentliche Zweck staatlichen Handelns.

  6. Mit ist aufgefallen, dass Hans Werner Sinn gegen mathematische Modellierung in der Volkswirtschaft argumentiert. Prognosen sind aufgrund fehlender Inputfaktoren, nach eigenem Gusto gewichteter Inputfaktoren und der Unschärfe bei der Messung nicht möglich. Zudem gibt es den Schmetterlingseffekt. Er glaubt aber, dass man mit Modellen das Klima abbilden und prognostizieren kann. Das ist für mich ein Widerspruch. Sowohl Ökonomie als auch das Klima sind chaotische Systeme. Chaotische System lassen sich bekanntlich nicht prognostizieren. Auch bei der Klimawissenschaft gilt, dass Inputfaktoren nach eigenem Gusto gewichtet werden, Messungen sind unscharf und nicht alle Inputfaktoren bekannt sind. Für mich ist das ein Widerspruch.

  7. Was soll dabei heraus kommen, wenn Vertreter der nicht relevanten Ökonomik versuchen die Ursachen einer Krise zu diagnostizieren?
    Zunächst müssten diese Ökonomen einmal zur Kenntnis nehmen, dass ihre herrschende Lehre der Ökonomen bereits mehrfach widerlegt worden ist.
    Solange diese Ökonomen sich weigern im wissenschaftlichen Sinn korrekt zu arbeiten, können ihre Analysen auch nicht ernst genommen werden.
    Diesen Ökonomen bleibt nichts anderes übrig, als über die angeblich überbordende Bürokratie zu jammern und Strukturreformen zu fordern, bei denen die Steuern und die Löhne sowieso immer zu hoch sind.
    Ob diese "Patentrezepte" in der realen Welt der Wirtschaft funktionieren, interessiert diese Experten nicht.
    Wenn die Wirtschaft weiterhin nicht wächst, dann werden einfach noch mehr Reformen gefordert.
    So einfach ist die primitive Welt von Sinn, Feld, Grimm und Konsorten.
    Der Wirtschaft fehlt sowohl in Deutschland wie auch in der EU/Eurozone seit Jahren die Nachfrage.
    Wie die Nachfrage entsteht, kann keiner dieser "Experten" plausibel erklären, weil das mit der herrschenden Lehre der Ökonomen gar nicht möglich ist.
    Es gibt eben kein wirtschaftliches Wachstum ohne Schulden.
    Wer denn diese Schulden machen soll, kann auch keiner erklären, weil man dazu die Makroökonomik beherrschen muss?
    Das beste Geschenk, was man Feld zum 60. Geburtstag machen kann, ist, ihm das Buch "Grundlagen der relevanten Ökonomik" zu überreichen, wobei ich mir allerdings sicher bin, dass er es als überzeugter Ideologe niemals lesen wird.

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